Geschichte

Die Stadt Kronach war früher - wie jede andere menschliche Gemeinschaft - darauf angewiesen, sich zu verteidigen. Deshalb musste schon bei der Gründung einer Siedlung darauf geachtet werden, sich vor Angriffen zu sichern. Jedermann musste dazu beitragen, Leib und Leben oder Hab und Gut des Gemeinwesens zu schützen. Deshalb wurden schon sehr früh entsprechende Gruppen aus wehrfähigen Bürgern gebildet.

Wie diese Bürgerwehr in Kronach organisiert war, kann nicht mehr genau nachvollzogen werden. Zu spärlich sind die Quellen aus dem Mittelalter. Sicher belegt sind jedoch die Stadtschützen. In der einzigen erhaltenen Stadtrechnung aus dem Mittelalter werden sie mehrfach aufgeführt. Diese Bürgermeisterrechnung aus dem Jahre 1444 bezeugt auch, das die Schützen schon gut organisiert und ein wichtiger Bestandteil des Stadtlebens waren. Aus Anlass der jährlichen Bestätigung durch den Rat wurde ihnen die Zeche bezahlt. Neben einem festgesetzten Schießgeld für jeden Sonntag im Sommerhalbjahr erhielten sie auch Zehrgeld für den Besuch auswärtiger Schießen. Interessant ist der Eintrag anläßlich des Fronleichnamfestes. Ein Teil der Stadtschützen bewachte die Stadttore, die anderen begleiteten den Pfarrer mit dem Allerheiligsten. Es ist ausdrücklich vermerkt, das die Prozession um die Stadt ging und die Männer Harnisch getragen haben.

Es kann vorausgesetzt werden, das die Schützen - wie die anderen Bürger - bei der Abwehr der Hussiten tatkräftig mitgeholfen haben. Einzelheiten sind leider nicht mehr nachzuweisen. Auch über die Beteiligung der Bürger bei den folgenden kriegerischen Ereignissen ist wenig bekannt.

Besser sind wir aber über den Ausschuß seit Beginn des 17. Jahrhunderts unterrichtet. 1615 und 1618 wird Peter Grebner, Vogt zu Wallenfels als Bürgerhauptmann in Kronach genannt. Während des Dreißigjährigen Krieges gab es in Kronach eine, später zwei Ausschuß-Kompanien. Neben den Bürgern der Stadt wurden auch Dorfbewohner aus der Hauptmannschaft Kronach zum Dienste herangezogen. Dieser Ausschuß - eine Art Landwehr - galt aber als wenig zuverlässig, da die Auswertigen bei Gefahr oft davonliefen. Die Stadt war deshalb zu ihrer Verteidigung meist auf ihre eigenen Bewohner angewiesen.

Im Laufe der Zeit bildete sich die Schützenkompanie als fester Bestandteil innerhalb der Stadt heraus. Die Sonntäglichen Übungsschießen gehörten ebenso zum Leben in der Stadt, wie die Auflagen zur Waffenbeschaffung bei Bürgeraufnahmen. Beim jährlichen Freischießen erhielt der Gewinner das Recht ein Gebräu Bier herzustellen, ohne dafür das übliche Umgeld (Steuer) zahlen zu müssen.

Während des Siebenjährigen Krieges wurde eine Bürgerliche Artillerie - Kompagnie gebildet. Zum Hauptmann wurde der Bürgermeister Titus, zum Stücklieutnant Franz Wagner bestellt, Korporal wurde Conrad Hofmann, der auch die von der Stadt beschafften Artilleriebestecke in Verwahrung hatte. Die Kunstabler (Kanoniere) waren wachtfrei, der Korporal wacht- und fronfrei.

Ausgenommen war die Nachtwache. Die Bürgerartillerie versah den Dienst an den Geschützen in den Stadttürmen und im neuen Werk. Bei der Übernahme durch Bayern im Jahre 1803 bestand die bürgerliche Artillerie aus dem Korporal Alois Voitländer und 21 Gemeinen. Sie wurden zum Dienst auf der Festung Rosenberg herangezogen.

Im Jahre 1808 trat an der Stelle der Bürgerwehr das Landwehrbataillon. In Kriegszeiten wurde wiederum eine Bürgerwehr gebildet, da das Landwehrbataillon zum Kriegsdienst herangezogen wurde.

Neben den bereits erwähnten Wachen und der Ausgestaltung von Festen, wurden die wehrfähigen Männer der Stadt auch zu verschiedenen anderen Anlässen herangezogen. Bei den Huldigungsfahrten derm Landesherren und Besuchen durch hochgestellte Persönlichkeiten wurden sie ebenso gebraucht wie beim Streifen auf Vagabunden und Räubern.

1976 wurde die Truppe der Stadtschützen durch den Altbürgermeister Baptist Hempfling und Hans Eichner wiederbelebt. Zur Uniformierung wurde auf Vorbilder aus dem 18. Jahrhundert zurückgegriffen. Auf verschiedenen Schießscheiben aus dieser Zeit sind Männer der Schützenkompanie in den grünen Uniformen abgebildet. Bald kamen auch die blauen Uniformen hinzu, die der Kleidung der fränkischen Kreisartillerie bzw.der Rosenberger Garnisonskompanie entsprechen.